17K unterwegs im Auftrag der Lehre

Schon seit einiger Zeit unterrichten wir verschiedene Kurse an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd. Andreas leitete schon mehrere Workshops in der Laborwoche (siehe Captain Facehook), Ulrich und Jochen schulen regelmäßig Produktgestalter im Kurs „Theorie des Interface“ und Stefan betreut seit einiger Zeit die Projektarbeit „Wissensvermittlung“ im 4. und 6. Semester, wo es vor allem um interaktive Informationsvisualisierung geht. Auch im kommenden Semester, das nächste Woche startet, werden wir hier wieder unsere Erfahrung an die Studenten weitergeben und sicherlich auch wieder selbst viel dazulernen.
Vergangenes Wochenende – am 6. und 7. März – leitete Stefan erstmals einen Workshop für Designer in der Berufswelt anstatt wie sonst für Studenten.

In diesem zweitägigen Seminar wurden an 8 Mitarbeiter der renommierten Agentur für Ausstellungsgestaltung Atelier Brückner in Stuttgart Grundlagen der generativen Gestaltung und des Physical Computings vermittelt.

Zunächst wurde einführend erklärt, was generative Gestaltung ist und wie diese im Gestaltungsprozess von Vorteil sein kann.
Um dies dann auch direkt umsetzen zu können, wurde Processing vorgestellt. Eine Programmierumgebung (bzw. Java-Framework) für Designer, die auch wir nahezu täglich für einige unserer Projekte nutzen. Damit lassen sich programmierte Grafiken sehr schnell und relativ intuitiv erstellen.
Da die Kursteilnehmer vor allem Grafiker waren, legten wir den inhaltlichen Schwerpunkt auf das Zeichnen von generativen Grafiken und Mustern. Schon am Ende des ersten Workshoptages konnten die Teilnehmer eigene generative Muster basierend auf mathematischen Funktionen und Zufallswerten erstellen.
Der Schlüsselmoment, als die ersten komplexen Muster auf den Bildschirmen erschienen, weckte bei allen Beteiligten schnell Begeisterung und es wurde auf eigene Faust an den Parametern des Codes „gedreht“ um sich von der Beispieldarstellung weg zu bewegen und eigene Muster zu erzeugen.

Hier sei dazu gesagt, dass diese Einheiten bewusst auch sehr nah an den täglichen Bedürfnissen der Teilnehmer geplant war. So sind für die Gestaltungen von Ausstellungen und deren Grafik unter anderem häufig Muster oder abstrakte Zeichnungen nötig. Um das Raumbild zu unterstützen werden großflächige Darstellungen gerastert oder Wand-, Decken- und Bodenflächen mit Mustern versehen.

Zu Beginn des zweiten Tages nahmen wir uns dann eine konkrete Anwendung für ein aktuelles Projekt vor und die Teilnehmer konnten dann unter Anleitung das am Vortag erlernte direkt anwenden um gewünschte Muster zu erzeugen.

Danach beschäftigten wir uns noch mit der ebenfalls oft vorkommenden Rasterung von Bildern und mit dem Import von Daten um daraus Informationsvisualisierungen zu erstellen.

Im letzten Block des Workshops – Es war bereits Samstag Nachmittag und die Köpfe hatten durch den vielen Programmierinput schon ordentlich geraucht – gab es dann noch eine kurze spielerische Einführung in die Welt des Physical Computing. Die Teilnehmer bekamen Arduino-Workshopkits und es wurden ihnen einfache Anwendungsfälle vermittelt, in denen sie verschiedenste Sensorik (Helligkeit, Temperatur, Druck, Biegung) nutzen konnten, um grafische Darstellungen in Processing mit Hilfe von Parametern aus der realen Welt in Echtzeit zu manipulieren. Dies sollte vor allem dazu dienen, eigene Ideen während der Konzeption schnell überprüfen zu können und so innovative Interaktionsformen in Ausstellungen zu etablieren.

Dies bildete den Abschluss eines für alle Beteiligten äußerst spannenden Workshop.
Nach kurzer Zeit haben die Teilnehmer nun die Möglichkeit selbst programmierte Grafiken zu entwickeln und natürlich auch einen viel besseren Einblick in die reichhaltigen Möglichkeiten der generativen Gestaltung und können so diese Prinzipien auch besser in ihre Konzepte einbauen.
Auch für uns war es eine tolle Möglichkeit diese doch relativ neuen Prinzipien zu vermitteln und zu zeigen, mit welchen Mitteln wir täglich arbeiten.

Du hast auch Interesse an solch einem Workshop? Gerne auch Maßgeschneidert nach den jeweiligen Bedürfnissen? Dann setze dich mit uns in Verbindung und wir entwickeln gemeinsam ein passendes Format.


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